Von
den vielen Unterarten der Kuhantilope ist die südafrikanische vielleicht
die farbenfreudigste und die mit dem interessantesten Gehörn.Die Jagd
ist interessant, da die Hartebeester aufmerksam und scheu sind wenn
sie häufig bejagt werden. Hartebeester leben meist in Rudeln von 15
- 30 Tieren zusammen. Bei kleineren Gruppen steht meist ein reifer Bulle,
bei größeren Herden mehrere. Bei hoher Wilddichte und in geeigneten
Biotopen (Seeisgegend) trifft man häufig auf große Herden von weit über
100 Tieren. Bullen sind häufig standorttreue Einzelgänger, doch mitunter
schließen sich Bullen zu Junggesellenverbänden - manchmal von 80 - 100
Tieren - zusammen. Hartebeester bevorzugen ein Biotop, das zwischen
offenen Grasebenen und Dornbuschdickichten wechselt.
Um die heiße Tageszeit
ruhen sie in den Dickichten und ziehen nachmittags zum Äsen auf die
Flächen. Sie sind äußerst schnell und besonders ausdauernd. Auch die
Jungtiere erreichen schon nach wenigen Tagen die Ausdauer und Geschwindigkeit
der Alttiere. Häufig werden Hartebeester als besonders schußhart beschrieben.
Dies trifft nach meinen Erfahrungen nicht zu. Besonders bei rasanten
Kalibern sind Hartebeester keineswegs überdurchschnittlich hart. Ein
Rudel mit jungen Kälbern ist recht laut, da die Kälber durch Blöken
immer wieder mit dem Muttertier Stimmkontakt halten. Anders als bei
vielen anderen Antilopen werden die Jungen kaum abgelegt, sondern ziehen
schon sehr bald nach der Geburt mit dem Rudel. In der Brunft kann man
häufig beobachten, wie die Bullen die weiblichen Stücke lange treiben.
Dabei tragen die Bullen den Träger waagerecht, der Kopf wird vorgereckt,
so daß die Hörner etwas im Nacken liegen und die Ohren hängen seitlich
herab. Dadurch wird der erhöhte Stirnteil und das eigenwillige Gehörn
betont. Man wird erkennen, daß das Hartebeest - zunächst häufig als
komisch beschrieben - ein harmonisch proportioniertes, reizvolles Wild
ist. Beim Kämpfen lassen sich Haartebeestbullen auf die Knie der Vorderläufe
herab. Bei Gefahr ein hustendes Warnschnauben.