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| Der
Reiz der Bejagung - dem Geschick, sich einem Jäger zu entziehen und
der geradezu unglaublichen Schönheit, Anmut und scheuen Grazie des Grosskudus
und seiner Trophäe - für mein Empfinden ist er möglicherweise das größte
Jagdwild, nicht nur Namibias. Kein anderes Wild verbindet in solcher
Harmonie massige Wucht mit vollendeter Eleganz und sanfter Schönheit.
Da Grosskudus vielfach vom Auto aus erlegt werden, wobei ein richtiges
Beobachten nicht möglich ist, hört man häufig etwas abfällige Äußerungen
über den Grosskudu und die Jagd auf dieses Wild. Auch wird manchmal
behauptet, jedes Grosskudugehörn sei gleich. Dies wird dem Grosskudu
nicht gerecht. Wer sich etwas näher mit dem Grosskudu befaßt, wird erkennen,
daß er für den Jäger, der Wert auf Eindrücke legt, der Gefühl für die
Harmonie der Natur hat, möglicherweise das allergrößte Jagdwild ist.Das
Gehörn des Grosskudus ist immer wieder verschiedenartig und in einigen
Exemplaren von geradezu absoluter Schönheit. Ein alter, ausgereifter
Grosskudubulle ist über alle Maßen begehrenswertes Jagdwild. Grosskudus
sind außergewöhnlich anpassungsfähig. Sie haben in Namibia ideale Bedingungen
vorgefunden und der Bestand ist im Zuge der Wassererschließung auf den
Farmen zu großer Dichte angewachsen. Es ist kein Problem, in Namibia
einen Grosskudu zu erlegen. Dazu ist der Wildbestand zu groß. Die Jagd
auf den Grosskudu wird hierdurch mitunter etwas abgewertet. Die Maßstäbe
der Bejagung setzt man sich selber. Einfach irgendeinen Grosskudu zu
erlegen ist nicht schwierig - dieser wird einem in Namibia unweigerlich
in den Weg laufen. Aber: einen alten Grosskudubullen zu erjagen, der
ein kapitales, schöngeschwungenes Gehörn trägt, ist schwierig und reizvoll.
Grosskudus bevorzugen bergiges oder dicht bewachsenes Gelände. In sehr
offenen Gebieten sind sie nur entlang der dichter bewachsenen Trockenflüsse
anzutreffen. Wenn sie sich in dichtem Dornbusch bewegen, dirigieren
Grosskudubullen die dornigen Zweige mit dem zurückgelegten Gehörn geschickt
zu beiden Seiten am Körper vorbei. |